Nein zur extremen Pestizidverbots-Initiative

Initiative «Für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide»
Die Initiative will synthetische Pflanzenschutzmittel in der landwirtschaftlichen Produktion, der Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse und der Boden- und Landschaftspflege verbieten. Verboten werden soll auch die Einfuhr von Lebensmitteln zu gewerblichen Zwecken, die synthetische Pflanzenschutzmittel enthalten oder mithilfe solcher hergestellt worden sind. Erlaubt ist weiterhin der private Einkauf im Ausland bzw. der Einkaufstourismus.

Die Initiative führt zu leeren Gestellen in den Läden: Die regionale landwirtschaftliche Produktion bricht ein, gewerbliche Importe sind kaum mehr möglich oder massiv überteuert. Die Preise für Lebensmittel explodieren. Die Initiative gefährdet die regionale landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz (konventionell und bio), verteuert den Einkauf und die Produktion vieler KMU, blockiert das verarbeitende Gewerbe (z.B. Schokoladen- und Kaffeeindustrie) und belastet das Budget der Konsumentinnen und Konsumenten massiv. Ein Totalverbot von Pflanzenschutzmitteln sowie landwirtschaftlichen Desinfektionsmitteln gefährdet die Lebensmittelsicherheit und kommt einem Denkverbot gleich. Innovationen wären nicht mehr möglich.

Die Radikalität der Initiative zeigt sich auch bei der Umsetzung. Sie müsste sofort in Kraft gesetzt werden, nur in Notlagen könnte der Bundesrat in einer Übergangszeit die Bestimmungen lockern. Ein Totalverbot der meisten Pflanzenschutzmittel sowie von Desinfektionsmitteln auch in der Nahrungsmittelversorgung gefährdet die Lebensmittelversorgung und –sicherheit. Die Erfahrung zeigt. Technologieverbote führen zu Abwanderung der entsprechenden Forschung und schaden dem Denk- und Innovationsplatz Schweiz.

NEIN zur extremen Pestizidverbots-Initiative

… weil die Pestizidverbots-Initiative die inländische Produktion abwürgt und massiv verteuert.
Pflanzenschutzmittel (PSM) ermöglichen die Produktion von genügend Schweizer Lebensmitteln in der verlangten Qualität. Ohne PSM-Einsatz können Landwirte und Produzenten von Saatgut und Zierpflanzen ihre Kulturen nur ungenügend vor Krankheiten und Schädlingen schützen; auch Bio-Bauern wären betroffen. Der Verzicht auf Pflanzenschutz führt gemäss UNO (FAO) zu durchschnittlichen Ertragseinbussen von 40 Prozent. Bei einzelnen Kulturen sind Totalausfälle vorprogrammiert. Die Produktion in der Schweiz lohnt sich für viele nicht mehr. Arbeitsplätze gehen verloren, Existenzen sind bedroht. Die Verknappung des Angebots lässt die Preise für die Verarbeiter, Gastronomie, Hotellerie und Konsumenten explodieren. Besonders sozial Benachteiligte und Personen ohne Möglichkeit zum Einkauf im Ausland bekommen die Preissteigerungen zu spüren.

… weil die Pestizidverbots-Initiative die Ernährungs- und Lebensmittelsicherheit gefährdet.
Ohne PSM-Einsatz brauchen Landwirte und Produzenten wesentlich mehr Fläche für weniger Ertrag. Der Selbstversorgungsgrad sinkt drastisch und schränkt die Ernährungssicherheit ein. Der Verzicht auf Pestizide betrifft auch Biozide, also Reinigungs- und Desinfektionsmittel. Dadurch leidet die Stallhygiene. Ohne synthetische Biozide in der Verarbeitung und bei der Lagerung von Lebensmitteln wird die Einhaltung der Hygienevorschriften und die Gewährleistung der Sicherheit der Lebensmittel verunmöglicht. Um die Nachfrage zu befriedigen, bleiben nur überteuerte Importe aus dem Ausland, die aber auch pestizidfrei produziert sein müssten

… weil die Pestizidverbots-Initiative Food Waste fördert.
Als Naturprodukte sind Kulturen den Einflüssen der Umwelt stark ausgesetzt. Ohne PSM nehmen die Schäden an Gemüse, Früchten und Pflanzen massiv zu. Qualitativ angeschlagene Produkte sind nicht nur weniger haltbar, sie lassen sich im Handel und bei den Konsumenten schlecht vermarkten und verkaufen. Ohne den Einsatz von PSM steigt dieser Anteil und der Food Waste nimmt zu.

… weil die Pestizidverbots-Initiative die Konsumenten bevormundet und Einkaufstourismus fördert.
Schweizerinnen und Schweizer haben die Wahl zwischen Produkten aus verschiedenen Regionen, Preisniveaus und Anbauarten. Diese Wahlfreiheit wird rege genutzt, ist durch die Initiative aber gefährdet: Ohne den Einsatz von PSM steigen die Preise für einheimische Nahrungsmittel massiv. Konsumentinnen und Konsumenten mit knappem Budget könnten weniger regionale Früchte und Gemüse essen. Weil Einkaufstourismus weiterhin erlaubt ist, würden viele auf ausländische Produkte umsteigen. Der Grenzverkehr nimmt zu. Das ist sowohl ökologisch als auch sozial fragwürdig. Es droht ein Schwarzmarkt mit privat importierten Produkten.

…weil ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln einem Denkverbot gleichkommt.
Das Verbot von Pflanzenschutzmitteln sowie von Schädlingsbekämpfungs- und Desinfektionsmitteln in der landwirtschaftlichen Produktion und Verarbeitung Innovationen verunmöglicht. Das Verbot kommt einem Denkverbot gleich. Die Schweizer Landwirtschaft, die Verarbeitung soll nicht von neuen Erkenntnissen und Innovationen bei Pflanzenschutzmitteln und der Schädlingsbekämpfung profitieren. Das ist verantwortungslos und schadet der Nachhaltigkeit. Die Schweizer Industrie hat viel zur Verbesserung von Pflanzenschutzmitteln beigetragen. Schädliche Denkverbote bringen uns nicht weiter.

… weil das Importverbot Schweizer Industrien lahmlegt und den Wirtschaftsstandort schwächt.
Die Pestizidinitiative ist extrem wirtschaftsfeindlich. Tausende von Arbeitsplätzen in der Schweiz sind mit der Initiative gefährdet. Wegen des Importverbots von Lebensmitteln, die mit synthetischen Pestiziden produziert wurden, würden die Importe drastisch sinken und Schweizer Industrien wie die Schokoladeproduktion oder die Veredelung von Kaffee massiv treffen. Betroffen vom Importverbot sind auch Bioprodukte, da auch in der Bioproduktion synthetische Pflanzenschutzmittel oder Biomittel mit synthetischen Komponenten eingesetzt werden. Die Nahrungsmittelverarbeitung und der Handel in der Schweiz kämen praktisch zum Erliegen. Durch den zunehmenden Einkaufstourismus sind auch zahlreiche KMU und Gewerbebetriebe in den Grenzregionen gefährdet. Infrage gestellt wären auch Sportarten wie Fussball, weil der Rasen nicht mehr unterhalten werden könnte. Und tangiert wäre auch die Sicherheit des öffentlichen Verkehrs, wegen dem mangelnden Unterhalt der Gleiseinfrastruktur.

… weil ein Verbot von Pflanzenschutzmitteln einem Denkverbot gleichkommt.
Das Verbot von Pflanzenschutzmitteln sowie von Schädlingsbekämpfungs- und Desinfektionsmitteln in der landwirtschaftlichen Produktion und Verarbeitung verunmöglicht Innovationen. Das Verbot kommt einem Denkverbot gleich. Der Schweizer Landwirtschaft und Verarbeitung wird untersagt, von neuen Erkenntnissen und Innovationen bei Pestiziden zu profitieren. Das ist verantwortungslos und schadet der Nachhaltigkeit. Schädliche Denkverbote bringen uns nicht weiter.

… weil die Pestizidverbots-Initiative Fortschritte und erreichte Erfolge verkennt.
Bund und Produzenten tun schon heute viel, um Umwelt, Wasserqualität und Mensch zu schützen. Der Einsatz von PSM ist in den letzten zehn Jahren um 27 Prozent gesunken – der Gebrauch von Herbiziden sogar um 45 Prozent. Mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, der 2017 vom Bundesrat verabschiedet wurde, wird der Verbrauch zusätzlich abnehmen. Der Aktionsplan will die Risiken halbieren, und es sollen Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz gefördert werden. Die Initiative verkennt, dass die Landwirtschaft bereits heute zahlreiche Methoden nutzt, um ihre Pflanzen vor Witterung, Naturereignissen, Unkraut und natürlichen Feinden zu schützen. Sie setzen Nützlinge ein, bauen resistente Sorten an, verwenden Techniken wie das Verwirrungssystem oder nutzen technische Innovationen. Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Aktionsplans sind bereits wichtige Schritte zur Zielerreichung erfolgt, es braucht daher kein radikales Verbot, wie es die Initiative fordert.

Wichtige Links

Hier finden Sie weitere Informationen zu den beiden Initiativen. 

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