Nein zur schädlichen Trinkwasser-Initiative

Initiative «Für sauberes Trinkwasser und gesunde Nahrung – Keine Subventionen für den Pestizid- und den prophylaktischen Antibiotika-Einsatz» (Trinkwasser-Initiative)
Die Trinkwasser-Initiative fordert, dass Landwirtschaftsbetriebe nur noch Direktzahlungen erhalten, wenn sie (1) pestizidfrei produzieren, (2) ihre Tiere mit hofeigenem Futter – also ohne Futterzukauf und -importe – ernähren und (3) die Tiere nicht prophylaktisch mit Antibiotika behandeln.

Die Trinkwasser-Initiative belastet die regionale, landwirtschaftliche Produktion in der Schweiz und verteuert regionale Schweizer Produkte. Gleichzeitig würden die Importe stark zunehmen. Deshalb sollte die Trinkwasser-Initiative eigentlich Import-Initiative heissen. Die Initiative betrifft sowohl den konventionellen als auch den biologischen Anbau. Zudem gefährdet die Initiative die Lebensmittelsicherheit, denn Pestizide dienen als Desinfektionsmittel auch der Stallhygiene.
Die Initiative schränkt die Forschung erheblich ein. Sie will, dass öffentliche Gelder nur noch in die pestizidfreie Produktion fliessen. Das Denkverbot verhindert, die Weiterentwicklung von Pflanzenschutzmitteln und Bioziden für die Landwirtschaft.

NEIN zur schädlichen Trinkwasser-Initiative

… weil die Trinkwasser-Initiative die inländische Produktion abwürgt und massiv verteuert.
Pflanzenschutzmittel (PSM) ermöglichen die Produktion von genügend Schweizer Lebensmitteln in der verlangten Qualität. Ohne PSM-Einsatz können Landwirte und Produzenten ihre Kulturen nur ungenügend vor Krankheiten und Schädlingen schützen; auch Bio-Bauern sind betroffen. Der Verzicht auf Pflanzenschutz führt gemäss UNO (FAO) zu durchschnittlichen Ertragseinbussen von 40 Prozent. Bei einzelnen Kulturen kommt es zu Totalausfällen. Die Produktion in der Schweiz lohnt sich für viele nicht mehr. Der Verlust von Tausenden von Arbeitsplätzen ist die Folge und die Existenzen vieler Produzenten ist bedroht. Die Verknappung des Angebots lässt die Preise für die Verarbeiter, Gastronomie, Hotellerie und Konsumenten explodieren. Besonders sozial Benachteiligte und Personen ohne Möglichkeit zum Einkauf im Ausland bekommen die Preissteigerungen zu spüren.

… weil die Trinkwasser-Initiative Importe massiv erhöht.
Aufgrund der schwindenden regionalen Produktion und zur Sicherstellung der Versorgung müssen mehr Lebensmittel aus dem Ausland importiert werden. Ausländische Produkte stammen aus Produktionsbedingungen, die mit Schweizer Standards nicht mithalten können. Wie wichtig gerade Regionalität beim Einkaufsverhalten der Schweizer ist, zeigt die Corona-Krise. Gemäss einer Studie der Hochschule Luzern ist ein Trend zum verstärkten Kauf von regionalen Produkten zu beobachten. Die Kriterien «Schweiz», «Region» und «aktuelle Verfügbarkeit» sind den Befragten wichtiger als noch vor 3 Monaten. Aus Sicht der Umwelt, der Konsumenten und des Tierwohls ist eine verantwortungsvolle, regionale Produktion besser als steigende Importe.

… weil die Trinkwasser-Initiativen zu Denkverboten führt und Innovation verhindern.
Die Initiative führt im Forschungsbereich zu weitreichenden Konsequenzen. Die Forderung, dass öffentliche Gelder nur noch in pestizidfreie Produktion fliessen darf, kommt einem Denkverbot gleich. Die Möglichkeit des Bundesrats Forschung, Beratung und Ausbildung zu fördern, wird stark eingeschränkt. Es besteht die Gefahr, dass neue und noch unbekannte Forschungsthemen, die einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigen Landwirtschaft leisten, nicht mehr finanziert werden. Zahlen der UNO (FAO) zeigen, dass landwirtschaftliche Innovationen zu enormen Steigerungen der Ernteerträge und verminderten Umwelteinflüssen führen. Innovative Produkte, etwa im Bereich der digitalen Landwirtschaft, können den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, bedingen aber Investitionen in Forschung und Entwicklung, die bei einer Annahme der Initiativen kaum mehr möglich wären. Technologieverbote lösen keine Probleme, führen aber zu Rückschritt und Wohlstandsverlust.

… weil die Trinkwasser-Initiative Food Waste fördert.
Als Naturprodukte sind Kulturen den Einflüssen der Umwelt stark ausgesetzt. Ohne PSM nehmen die Schäden an Gemüse, Früchten und Pflanzen massiv zu. Diese qualitativ angeschlagenen Produkte sind nicht nur weniger haltbar, sie lassen sich im Handel und bei den Konsumenten schlecht vermarkten. Ohne den Einsatz von PSM steigt dieser Anteil und der Food Waste nimmt zu.

… weil die Trinkwasser-Initiative die Konsumenten bevormundet.
Konsumentinnen und Konsumenten haben weniger regionale Auswahl und müssen tiefer in die Tasche greifen. Schweizerinnen und Schweizer haben die Wahl zwischen Produkten aus verschiedenen Regionen, Preisniveaus und Anbauarten. Eine Wahl, die sie rege nutzen, die aber durch die Initiative gefährdet ist: Ohne den Einsatz von PSM gibt es keine einheimischen Nahrungsmittel zu konkurrenzfähigen Preisen mehr. Konsumentinnen und Konsumenten mit knappem Budget sind gezwungen, landwirtschaftliche Produkte aus dem Ausland zu kaufen oder den Konsum von gesunden Produkten zu reduzieren, was wegen der Belastung des Gesundheitssystems volkswirtschaftliche Kosten zur Folge hätte.


… weil die Trinkwasser-Initiative Fortschritte und erreichte Erfolge verkennt.
Bund und Produzenten tun schon heute viel, um Umwelt, Wasserqualität und Mensch zu schützen. Der Einsatz von PSM ist in den letzten zehn Jahren um 27 Prozent gesunken – der Gebrauch von Herbiziden sogar um 45 Prozent. Mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel, der 2017 vom Bundesrat verabschiedet wurde, wird der Verbrauch zusätzlich abnehmen. Der Aktionsplan will die Risiken halbieren, und es sollen Alternativen zum chemischen Pflanzenschutz gefördert werden. Die Initiative verkennt, dass die Landwirtschaft bereits heute zahlreiche Methoden nutzt, um ihre Pflanzen vor Witterung, Naturereignissen, Unkraut und natürlichen Feinden zu schützen. Sie setzen Nützlinge ein, bauen resistente Sorten an, verwenden Techniken wie das Verwirrungssystem oder nutzen technische Innovationen. Zwei Jahre nach der Verabschiedung des Aktionsplans sind bereits wichtige Schritte zur Zielerreichung erfolgt, es braucht daher keine radikalen Massnahmen, wie sie die Initiative fordert.

Wichtige Links

Hier finden Sie weitere Informationen zu den beiden Initiativen. 

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